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Kleine Reihe 12: Andreas Rödder / Wertewandel und Postmoderne

Andreas Rödder

Wertewandel und Postmoderne.

Gesellschaft und Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-1990

ISBN 978-3-980-74046-3

02.01.0029

Neben der technologischen und der ökonomischen war vor allem die sozialkulturelle

Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland von den mittleren

sechziger Jahren bis zur Wiedervereinigung von einem grundlegenden Wandel

geprägt.

Andreas Rödder skizziert die einzelnen Phänomene dieses sozialkulturellen

Wandels seit der Mitte der sechziger Jahre. Als gemeinsamen Nenner dieser

Entwicklung identifiziert er den Zusammenhang von Individualisierung, radikaler

Pluralisierung und Entnormativierung. Dies bedeutete sowohl eine verstärkende

Fortsetzung als auch zugleich eine partielle Abkehr von zentralen

Tendenzen der Moderne. In diesem historisch-empirischen Sinne präzisiert

Rödder den bereits zeitgenössisch eingeführten, dort aber diffus verwendeten

Begriff „Postmoderne“ semantisch und schlägt ihn vor als historiographisch

operationalisierbares Deutungskonzept für die gesellschaftlich-kulturelle

Entwicklung der Bundesrepublik vor allem in den siebziger und achtziger

Jahren des 20. Jahrhunderts. Rödders Konzept der Postmoderne ist somit

abzugrenzen von anderen Interpretationsansätzen – vom „Westen“ über eine

„Umgründung“ oder „Fundamentalliberalisierung“ des Gemeinwesens bis

zur „Wertewandelsgesellschaft“ –, die bislang im Zusammenhang mit dem

sozialkulturellen Wandel in der Bundesrepublik diskutiert wurden.

Dem hier veröffentlichten Text liegt ein Referat zugrunde, das Andreas Rödder

am 7. Mai 2003 in der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus im

Rahmen der Reihe „Himmelsberg-Vorträge“ gehalten hat.