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Kleine Reihe 14: Frieder Günther / Misslungene Aussöhnung?

Frieder Günther

Misslungene Aussöhnung?

Der Staatsbesuch von Theodor Heuss in Großbritannien im

Oktober 1958

ISBN 978-3-980-74048-7

02.01.0027

Bundespräsident Theodor Heuss verbrachte als offizieller Gast von Königin

Elizabeth II. vom 20. bis zum 23. Oktober 1958 vier Tage in London und

Oxford. Dieser Staatsbesuch stellte für Heuss eine besondere Herausforderung

dar: Das Verhältnis zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien

galt bis ins Jahr 1958 hinein als gespannt; zudem war in der britischen Bevölkerung

ein tiefes Misstrauen gegenüber dem früheren Kriegsgegner weitverbreitet.

Es lag also auf der Hand, dass die bundesdeutsche Öffentlichkeit

Heuss‘ Staatsbesuch mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgte. Aber obwohl

das Bundespräsidialamt zusammen mit den englischen Stellen den Besuch

sorgfältig vorbereitet hatte, verfestigte sich in Deutschland allmählich der

Eindruck, dass Heuss von der englischen Bevölkerung zurückhaltend und

kühl empfangen worden sei.

Frieder Günther zeichnet die Vorbereitung und den konkreten Ablauf des

Staatsbesuches sowie die anschließende Mediendebatte nach. Wie konnte es

dazu kommen, dass sich Teile der bundesdeutschen Öffentlichkeit aufgrund

des Staatsbesuches über Wochen kritisch mit ihrem Selbstverständnis auseinander

setzten? Und wie ist es zu erklären, dass sich der Bundespräsident

im Nachhinein veranlasst sah, klarzustellen, dass die Auslandsreise in seinen

Augen für die Bundesrepublik sehr wohl einen Erfolg darstelle?

Dem hier veröffentlichten Text liegt ein Referat zugrunde, das Frieder Günther

am 16. Oktober 2003 in der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus

im Rahmen der Reihe „Himmelsberg-Vorträge“ gehalten hat.